Deutsche Grammatik

Der ultimative Leitfaden zu deutschen Artikeln: Wie man der, die und das richtig verwendet (Regeln und wann sie gelten)

Regeln und Richtlinien für der, die und das bei deutschen Substantiven.

Regeln für der, die und das sowie das Genus deutscher Nomen

Im Deutschen gehören Nomen zu einem von drei Genera: Maskulinum, Femininum oder Neutrum. Jedes Genus hat im Singular einen bestimmten Artikel: „der“ für maskuline Nomen, „die“ für feminine Nomen und „das“ für neutrale Nomen. Während deutsche Muttersprachler meist intuitiv wissen, welchen Artikel sie verwenden müssen, müssen Deutschlernende die Artikel in der Regel mitlernen. Einige Regeln und Richtlinien helfen dabei, den richtigen Artikel für bestimmte Gruppen von Nomen zu bestimmen. Es gibt jedoch viele Ausnahmen.

Bitte beachte: Diese Regeln gelten nur für Nomen im Singular. Alle Nomen im Plural verwenden den bestimmten Artikel „die“.

Regeln für „der“

Nach Wortendung

-er

Ungefähr 79,46 % der deutschen Nomen mit der Endung „-er“ sind maskulin.

Beispiele: Dezember, Gegner, Kilometer, Mitarbeiter, Schüler, Sommer, Vertreter

Häufige Ausnahmen: Alter, Opfer, Theater, Tier, Tochter, Wasser, Zimmer

-en

Ungefähr 38,47 % der deutschen Nomen mit der Endung „-en“ sind maskulin. Das bedeutet, dass ein erheblicher Anteil von 61,53 % der Nomen mit der Endung „-en“ dieser Regel nicht folgt.

Beispiele: Boden, Flughafen, Garten, Hafen, Knochen, Morgen, Rücken

Häufige Ausnahmen: Brötchen, Essen, Gewissen, Kennzeichen, Kissen, Zeichen

-ig

Ungefähr 87,27 % der deutschen Nomen mit der Endung „-ig“ sind maskulin.

Beispiele: Essig, Gehsteig, Honig, König

Häufige Ausnahmen: Braunschweig, Leipzig, Venedig (die meisten Ausnahmen sind Ortsnamen)

-ling

Ungefähr 84,1 % der deutschen Nomen mit der Endung „-ling“ sind maskulin.

Beispiele: Flüchtling, Frühling, Lehrling, Schützling

Häufige Ausnahmen: Bowling, Controlling, Dribbling, Recycling, Styling (die meisten davon sind aus dem Englischen entlehnt)

-or

Ungefähr 89,02 % der deutschen Nomen mit der Endung „-or“ sind maskulin.

Beispiele: Autor, Direktor, Faktor, Korridor, Moderator, Monitor, Motor, Professor

Häufige Ausnahmen: Tor, Labor

-ismus

Alle deutschen Nomen mit der Endung „-ismus“ sind maskulin.

Beispiele: Kapitalismus, Mechanismus, Optimismus, Rassismus, Tourismus

Häufige Ausnahmen: Zu dieser Regel gibt es keine Ausnahmen.

-ist

Ungefähr 91,35 % der deutschen Nomen mit der Endung „-ist“ sind maskulin.

Beispiele: Aktivist, Geist, Journalist, Polizist, Spezialist

Häufige Ausnahmen: Frist, Watchlist

Nach Kategorien

Der bestimmte Artikel „der“ wird bei folgenden Nomen verwendet:

Der bestimmte Artikel „der“ wird überwiegend bei folgenden Kategorien verwendet:

  • Alkoholische Getränke: Cognac, Wein, Whiskey. Ausnahme: das Bier.
  • Flüsse außerhalb Europas: Amazonas, Mississippi.
  • Berge: Mont Blanc, Kilimandscharo. Ausnahme: die Zugspitze.

Regeln für „die“

Nach Wortendung

-ung

Ungefähr 98,86 % der deutschen Nomen mit der Endung „-ung“ sind feminin. Entgegen einer verbreiteten Annahme sind also nicht alle deutschen Wörter mit der Endung „-ung“ feminin.

Beispiele: Ausstellung, Entscheidung, Entwicklung, Hoffnung, Leistung, Lösung, Meinung, Veranstaltung

Häufige Ausnahmen: Vorsprung, Sprung, Kurssprung, Hochsprung, Aufschwung, Ursprung (die meisten Ausnahmen bezeichnen Bewegungen und sind von „springen“ oder „schwingen“ abgeleitet)

-e

Ungefähr 87,59 % der deutschen Nomen mit der Endung „-e“ sind feminin.

Beispiele: Aufgabe, Bühne, Familie, Frage, Kirche

Häufige Ausnahmen: Auge, Ende, Gebäude, Interesse, Hase, Name, Wochenende, Kaffee, Tee

-heit

Ungefähr 99,19 % der deutschen Nomen mit der Endung „-heit“ sind feminin.

Beispiele: Gesundheit, Mehrheit, Sicherheit, Vergangenheit

Häufige Ausnahmen: Holzscheit, Fahrenheit

-keit

Alle deutschen Nomen mit der Endung „-keit“ sind feminin.

Beispiele: Fähigkeit, Möglichkeit, Tätigkeit

Häufige Ausnahmen: Zu dieser Regel gibt es keine Ausnahmen.

-in

Ungefähr 86,39 % der deutschen Nomen mit der Endung „-in“ sind feminin.

Beispiele: Schauspielerin, Richterin, Polizistin, Ärztin, Anwältin

Häufige Ausnahmen: Verein, Wein, Termin, Stein, Magazin, Benzin

-ei

Ungefähr 88,81 % der deutschen Nomen mit der Endung „-ei“ sind feminin.

Beispiele: Datei, Partei, Polizei

Häufige Ausnahmen: Papagei, Schrei

-frau

Alle deutschen Nomen mit der Endung „-frau“ sind feminin.

Beispiele: Ehefrau, Hausfrau

Häufige Ausnahmen: Zu dieser Regel gibt es keine Ausnahmen.

-schaft

Ungefähr 98,59 % der deutschen Nomen mit der Endung „-schaft“ sind feminin.

Beispiele: Gesellschaft, Mannschaft, Wirtschaft

Häufige Ausnahmen: Nagelschaft, Turmschaft, Schaft

-ät

Ungefähr 80,33 % der deutschen Nomen mit der Endung „-ät“ sind feminin.

Beispiele: Aktivität, Mobilität, Realität, Universität

Häufige Ausnahmen: Porträt, Gerät und vor allem zusammengesetzte Nomen mit Gerät, zum Beispiel Hörgerät, Messgerät, Navigationsgerät und Sportgerät

-ik

Ungefähr 95,09 % der deutschen Nomen mit der Endung „-ik“ sind feminin.

Beispiele: Grafik, Klinik, Kritik, Musik, Politik, Technik

Häufige Ausnahmen: Atlantik, Mosaik, Pazifik, Plastik, Streik

-ion

Ungefähr 96,62 % der deutschen Nomen mit der Endung „-ion“ sind feminin.

Beispiele: Aktion, Diskussion, Information, Region

Häufige Ausnahmen: Champion, Skorpion, Stadion, Spion

-ie

Ungefähr 98,47 % der deutschen Nomen mit der Endung „-ie“ sind feminin.

Beispiele: Chemie, Demokratie, Familie, Fotografie, Galerie, Kopie, Studie, Therapie

Häufige Ausnahmen: Genie, Hippie, Knie, Movie, Portemonnaie, Zombie

-ur

Ungefähr 68,53 % der deutschen Nomen mit der Endung „-ur“ sind feminin.

Beispiele: Figur, Kultur, Literatur, Reparatur, Temperatur, Tour

Häufige Ausnahmen: Abitur, Ingenieur, Friseur, Redakteur, Regisseur (die meisten Ausnahmen sind männliche Berufsbezeichnungen)

-enz

Ungefähr 97,04 % der deutschen Nomen mit der Endung „-enz“ sind feminin.

Beispiele: Intelligenz, Konferenz, Konkurrenz

Häufige Ausnahmen: Florenz (Städtenamen mit der Endung „-enz“)

Nach Kategorien

Der bestimmte Artikel „die“ wird bei folgenden Nomen verwendet:
  • Weibliche Personen, Berufs- und Rollenbezeichnungen: Mutter, Friseurin, Ärztin
  • Motorradmarken: Harley-Davidson, BMW (nur Motorräder), Yamaha
  • Flugzeuge und Schiffe: Boeing 747, Titanic
  • Kardinalzahlen: Eins, Drei
Außerdem wird „die“ überwiegend verwendet bei:

Regeln für „das“

Nach Wortendung

-chen

Ungefähr 88,83 % der deutschen Nomen mit der Endung „-chen“ sind neutral.

Beispiele: Anzeichen, Blutkörperchen, Brötchen, Kennzeichen, Mädchen, Zeichen

Häufige Ausnahmen: Knochen, Kuchen, Tauchen

-lein

Alle deutschen Nomen mit der Endung „-lein“ sind neutral.

Beispiele: Die meisten sind veraltet und gelten zum Teil als abwertend (Fräulein, Männlein) oder drücken eine Verkleinerung aus (Vöglein, Häuslein).

Häufige Ausnahmen: Zu dieser Regel gibt es keine Ausnahmen.

-ment

Ungefähr 95,94 % der deutschen Nomen mit der Endung „-ment“ sind neutral.

Beispiele: Abonnement, Apartment, Dokument, Instrument, Medikament, Parlament

Häufige Ausnahmen: Konsument, Komment, Moment, Zement

-nis

Ungefähr 76,69 % der deutschen Nomen mit der Endung „-nis“ sind neutral.

Beispiele: Ergebnis, Gefängnis, Geheimnis, Verständnis, Zeugnis

Häufige Ausnahmen: Erlaubnis, Kenntnis, Wildnis

-tum

Ungefähr 92,48 % der deutschen Nomen mit der Endung „-tum“ sind neutral.

Beispiele: Eigentum, Faktum, Wachstum

Häufige Ausnahmen: Irrtum, Reichtum

-um

Ungefähr 77,09 % der deutschen Nomen mit der Endung „-um“ sind neutral.

Beispiele: Forum, Gymnasium, Museum, Praktikum, Studium, Visum, Zentrum

Häufige Ausnahmen: Baum, Traum, Raum

Nach Kategorien

Der bestimmte Artikel „das“ wird bei folgenden Nomen verwendet:
Außerdem wird „das“ überwiegend verwendet bei:

Nomen mit mehreren Artikeln

Je nach Bedeutung

Band (der, die, das)

Band ist ein Beispiel für ein deutsches Wort, das je nach Bedeutung verschiedene Artikel haben kann. Bezeichnet es ein gebundenes Buch, ist es maskulin und hat den Artikel „der“. Bezeichnet es eine Musikgruppe, ist es feminin und hat den Artikel „die“. Bezeichnet es ein Band oder einen Streifen, ist es neutral und hat den Artikel „das“.

Leiter (der, die)

Auch Leiter kann je nach Bedeutung verschiedene Artikel haben. Bezeichnet das Wort eine Steighilfe, ist es feminin und hat den Artikel „die“. Bezeichnet es eine führende Person oder einen Direktor, ist es maskulin und hat den Artikel „der“.

Gehalt (der, das)

Wenn „Gehalt“ ein Einkommen bezeichnet, ist es normalerweise neutral und hat den Artikel „das“, es kann jedoch auch maskulin mit „der“ verwendet werden. In der Bedeutung „Inhalt“ ist es immer maskulin und hat den Artikel „der“.

Regionale Unterschiede

Die Verwendung von Artikeln kann im Deutschen mitunter umstritten sein. Je nach Region können unterschiedliche Formen üblich sein.