Bedeutung
[1] Person, die von Verbrechern zum Schutz (z. B. vor der Polizei) oder zur Forderung eines Lösegeldes festgehalten wird
[2] historisch: Person, die unter vergleichsweise guten Bedingungen festgehalten wurde; meist sollte damit von einer Gegenpartei durch ein menschliches Pfand sichergestellt werden, dass sie, der diese Person nahestand, ein Versprechen oder einen Vertrag einhalten würde
Beispiele
[1] Nicht schießen, ich habe eine Geisel in meiner Gewalt!
[1] „Dort hatte die SS in den letzten Kriegstagen tschechische Geiseln erschossen, auch einen Cousin von Josef.“
[1] „Der Lokomotivführer wird sofort erschossen, und in den dreizehn Tagen, die das Geiseldrama dauert, sterben zwei weitere Geiseln und werden aus dem Zug geworfen.“
[2] Rom forderte von verbündeten Häuptlingen oft, Geiseln zu stellen, etwa einen Sohn oder einen Neffen.
[2] „… in gewissem Sinne bin ich ein Geisel der kommunistischen Kerkerdiktatur …“
[2] „Nach der Meinung des Buchautors, war er ein Geisel der Politik.“
[2] „Bei früheren Vorkommnissen dieser Art hatte Cook einen Häuptling als Geisel nehmen lassen, durchaus eine harte Vergeltungsmaßnahme.“
Grammatikhinweis
Die maskuline Form „der Geisel“ gilt laut Duden als veraltet.
Deklination
| 1 | Singular 1 | Singular 2 | Plural 1 | Plural 2 |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | die Geisel | der Geisel | die Geiseln | die Geisel |
| Genitiv | der Geisel | des Geisels | der Geiseln | der Geisel |
| Dativ | der Geisel | dem Geisel | den Geiseln | den Geiseln |
| Akkusativ | die Geisel | den Geisel | die Geiseln | die Geisel |
Aussprache
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