Bedeutung
[1] streichfähiges, ausgelassenes tierisches Fett (besonders von Schweinen und Gänsen; früher auch von Hühnern und Hunden)
[2] landschaftlich, besonders oberdeutsch: gelbe ausgelassene Butter
[3] landschaftlich, besonders oberdeutsch mundartlich: aus Milch (vor allem Kuhmilch) gewonnenes weißes bis gelbliches, streichfähiges Speisefett bestehend aus mindestens 80 % Milchfett und zirka 18 % Wasser, dem weitere Inhaltsstoffe (zum Beispiel: Kochsalz, amtlich zugelassene [pflanzliche] Farbstoffe) zugesetzt sein können, und das besonders als Brotaufstrich verwendet wird
[4] Jägersprache: Körperfett des Dachses und Murmeltieres
Beispiele
[1] Krapfen werden in viel heißem Schmalz ausgebacken.
[1] Schmalz wurde früher auch häufig als Schmiermittel eingesetzt.
[1] „Man schrieb den 12. April 1952. Bei den 600 Tonnen Schmalz, deren Fettsäuregehalt dem Veterinärrat in die empfindliche Nase stieg, handelte es sich um bundeseigene Vorräte. Das Schmalz stammte aus der ‚eisernen Reserve‘ Westberlins, die für den X-Fall einer neuen Blockade auf Lager gehalten werden muß. Da die Blockade nicht kam, verdarb das Schmalz in Berlin, weil die Sowjets die Transitgenehmigung für den Abtransport des Schmalzes zum schnellen Verbrauch nach Westdeutschland hinauszögerten.“
[1] „Im Restaurant setzt sich Anneliese begeistert an den gedeckten Tisch, und wir fangen hungrig damit an, winzige Weißbrotscheiben mit gewürztem Schmalz zu bestreichen.“
[1] „Ein Fleischer aus Weiz macht aus den Kremsmünster Schweinen Beinschinken und Lardo, luftgetrocknete Salami und Chorizo, aber auch Schmalze und Aufstriche.“
[1] „Die gesamte Fettration in diesem Monat, einschließlich jeder Art von Butter, Schweineschmalz, sonstigem Schmalz oder was auch immer, war fünfundsiebzig Gramm, was etwa zwölf Unzen entspricht.“
[2] Schmalz hat weniger Wasser und hält daher länger als Butter.
[2] „Das heißt, er flehte seinen Papa und seine Mama um immer neue Vorschüsse an, und sie schickten ihm das Geld – zusammen mit liebevollen Briefen voller besorgter Untertöne – und lebten, noch mehr als zuvor, von Zichorienkaffee, zwei Tage altem Brot und Bratkartoffeln ohne Schmalz.“
[3]
[4] Früher wurde in der Volksheilkunde auch das Schmalz vom Dachs und Murmeltier verwendet.
[4] „Vielleicht unterblieb dieser bewußt, denn das Schmalz der Murmeltiere erfreute sich in der Volksmedizin großer Beliebtheit und jede jagdtechnische Auslassung hätte einem Gebot totalen Schutzes entgegenwirken können.“
[5] „So hab ichs von Jugend auf gelernt, und das allein gibt dem Leben Schmalz und Tunke.“
[5] „In dem knappen Jahr, in dem er daran war, hat er gezeigt, daß er Schmalz in den Armen hat.“
Grammatikhinweis
Mit dem Plural werden verschiedene Sorten bezeichnet.
Deklination
| 1 | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | das Schmalz | die Schmalze |
| Genitiv | des Schmalzes | der Schmalze |
| Dativ | dem Schmalz | den Schmalzen |
| Akkusativ | das Schmalz | die Schmalze |
Bedeutung
[1] umgangssprachlich abwertend: (als übertrieben empfundene) Betonung des Gefühls, des Sentimentalen; allzu große Gefühligkeit
[2] umgangssprachlich abwertend: etwas, das (übertrieben) gefühlvoll, sentimental, rührselig ist
[3] Österreich: (gerichtlich verhängte) Bestrafung für illegales Handeln; mehrjährige Strafe des Freiheitsentzugs
[4] Österreich regional (Wien): Drall, der einer Billardkugel beim Stoßen durch seitliches Anschneiden verliehen wird
Beispiele
[1] Mir kommen fast die Tränen bei so viel Schmalz.
[1] „Wie zu erwarten, hat der Film an Unterhaltung aber auch alles zu bieten: Tanz, hübsche Lieder, mexikanische Feste, Stierkampf und eine gehörige Portion amerikanischen Schmalzes.“
Grammatikhinweis
In Österreich ist das Wort in der 1. und 3. Bedeutung ein Neutrum.
Deklination
| 1 | Singular 1 | Singular 2 | Plural |
|---|---|---|---|
| Nominativ | der Schmalz | das Schmalz | — |
| Genitiv | des Schmalzes | des Schmalzes | — |
| Dativ | dem Schmalz | dem Schmalz | — |
| Akkusativ | den Schmalz | das Schmalz | — |
Aussprache
Im Kontext
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